Bryan Grey-Yambao alias Bryanboy
Dieser Fashionblogger ist definitiv ein Phänomen. Nicht nur, dass er akkurat auf seine Size Zero achtet. Er pflegt ein Faible für Frauenkleider und kokettiert sehr erfolgreich mit seinem schrillen Stil.
2004 startete er seinen Modeblog auf den Philippinen. Im realen Leben heißt er Bryan Grey-Yambao. Doch sobald er sich mit Laufstegen und Trends beschäftigt, schlüpft er in die Rolle des Bryanboy. Mit der Zeit ist sein realer Name komplett aus seinem Leben verschwunden. Er lebt die Exzentrik eines Fashionbloggers voll aus.
Schnell wurde er zu dem bekanntesten Webfashionblogger im Land und bekam 2007 den Philippine Blog Award for best Fashion & Lifestyle Blog. Mit cirka 100.000 Besuchern pro Tag hält Bryanboy einer der Rekorde, was die Userzahlen angeht.
Er ist mittlerweile eine etablierte Größe in der Modewelt. So groß, dass er bei Fashionshows der weltbekanntesten Designer in der ersten Reihe sitzen darf. Für alt eingesessene Magazinikonen wie Anna Wintour, unverständlich. Denn sie empfindet den aufstrebenden Blogger als wahrhaftige „Modeerscheinung“ und hält ihn für unoriginell.
Merkwürdig, denn Marc Jacobs benannte eine Tasche (BB Ostrich Bag) nach Bryan Boy, was die größte Ehre ist, die einem Fashionist zu Teil werden kann. Der 23-jährige Fashionblogger vergöttert Marc Jacobs und kleidet sich vorwiegend in seinen Designs. 2008 wurde Bryan Boy sogar für eine Fotostrecke des Modeschöpfers gebucht. Er präsentierte einen androgynen Stil in ausgefallenen schwarzen Kleidern.
Man sollte meinen, dass so ein einflussreicher Mann mit Geschenken seitens der Modeindustrie überhäuft wird, doch weit gefehlt. Bryan kann die Präsente an einer Hand abzählen. Er findet es auch überhaupt nicht schlimm, dass das so sei. Denn schließlich würde er sowieso nur das tragen, was ihm auch gefiele.
Bryan Boy ist sehr beliebt in der Modeszene. So sehr, dass Designer und Fashionvictims überall auf der Welt Zettel mit Liebeserklärungen und Grüßen versahen und sich damit fotografieren ließen. Darunter Marc Jacobs, Tanya Dziahileva, Alexandra Agoston und Rachel Clark.
Seine verrückte Art fasziniert. Er polarisiert mit Aussagen wie: „ Ich bin so schwul, ich schwitze Glitzer!“. Einen Lebensgefährten hat er jedoch nicht, laut seiner Aussage. Er gehe so in seinem Leben neben und für den Laufsteg auf, dass er keinen Platz für so etwas hätte. Der Blogger gibt sich auch mit gelegentlichen Bettgeschichten zufrieden. Nennt sogar Namen wie Andy Roddick, den bekannten amerikanischen Tennisspieler. Eine asiatische Zeitschrift nannte Bryan „die Reinkarnation von Paris Hilton als asiatischen Homo“. Er selbst nennt sich sogar den weltweit besten Dritte-Welt-Homo. Damit pflegt er seinen Ruf als Verbreiter anzüglicher und brisanter Nachrichten aus seinem Privatleben.
Sein modischer Stil mischt den Streetstyle verschiedener Metropolen mit Haute Couture und wirkt deshalb oft nicht halb so gekünstelt wie die Prêt-à-Porter Kollektionen mancher Designer. Dennoch wart er sich seine spektakuläre Extravaganz in dem er seinen Stil immer wieder neu erfindet. Er saugt die Ströme des Modezeitgeistes förmlich auf.
Er ist so hip, dass er ein eigenes Fenster auf der Homepage des Lifestyle Magazins Style.com mit Bildern der neuesten Taschen- und Schuhtrends ausstattet. Auch die europäischen Vogue Ausgaben sowie ELLE fragen ihn an. Das besondere an seinen Bildern von den weltweiten Modenschauen ist sein Blickwinkel. Die Laufstegfotografen fotografieren zumeist nur die Frontansicht des Styles. Bryan Boy wirft seinen Fokus auf die Details und bringt die Feinheiten der Kollektionen und Kreationen zum Vorschein.
Bryan Boy hat sich seine Individualität trotz Zugehörigkeit zur Fashionwelt, zum System bewahrt. Er beherrscht die „Erste-Reihe-Gesten“ perfekt und bleibt trotzdem das Enfant terrible der Szene. Kaum ein Mann in seinem Alter kann es sich leisten ein solches Jetset Leben zu führen. Er fühlt sich auf der ganzen Welt zu Hause, da Mode schließlich überall ist.
Redaktion: Janna






