Lala Berlin - „20’s porn“: Der neue Tanz auf dem Vulkan
Sich der allgemeinen Depression bedingungslos ergeben? Niemals! Denn wer so denkt, hat nicht nur seine Gegenwart, sondern auch Teile seiner Zukunft bereits verspielt. Für Lala Berlin war und bleibt Kapitulation keine gültige Option. Vielmehr sieht Designerin Leyla Piedayesh die Zeit gekommen, einen Kontrapunkt zu setzen. So trägt die Kollektion der Frühjahr/Sommer-Saison 2010 den kernigen Titel „20’s porn“ und bezieht sich damit auf eine Ära, die noch heute als wild und golden gilt. In den westlichen Metropolen wurde die weibliche Emanzipation zum nennenswerten Phänomen und die Rufe nach Gleichberechtigung und sexueller Libertinage waren unüberhörbar. Neue, kesse Frauentypen wie die City Girls oder Flapper mit Bubikopf und Zigarette bevölkerten Trottoirs, Bars und Jazz-Spelunken. Lala Berlin macht sich das Jahrzehnt des Umbruchs mit seinen ausschweifenden Partys, den Varietés, Burlesque-Tänzerinnen, Hollywood-Vamps und erotischen Fotografien auf bekannt stilvolle Weise zu eigen.
Ausgangspunkt der knapp 20 Konfektions- und 30 Strickmodelle umfassenden Kollektion sind entsprechend schmale H-Schnitte. Hier kommt es aufgrund der klaren Formen mehr denn je auf die Auswahl bester Materialien mit Eigenwirkung an. Für Lala Berlin konkret bedeutet das: hochwertige Seide, Georgette, edle Baumwoll-Seide-Mischungen und Cupro. Der verführerische bis kokette Glamourlook wird erzielt durch doppellagige Farbeffekte, Transparenzen und Schlitzlösungen, geschickte Raffungen oder Drapierungen. Ganz im Stile früher Pin-up-Girls zählt für Leyla Piedayesh nicht der primitiv entblößte, sondern lasziv verdeckte Körperteil. Dieser Vorgabe tragen aufreizende Details wie kontrastierende Zipper, Rips- und Litzenbänder, Ösen, Schnürungen, Schnallen und Wäscheverschlüsse in besonderer Weise Rechnung.
Eine wichtige Rolle nehmen weiterhin sommerliche 24-Stunden- und Abendkleider, luftige Blusen und schnörkellose Anzüge, kombiniert mit Jersey-Shirts, ein. Allesamt „easy to wear“, denn was den vorzüglichen Tragekomfort angeht, macht Lala Berlin – bei aller kreativen Veränderung – auch weiterhin keine Abstriche. Der knabenhaft tighte Stil kann schließlich noch einmal gesteigert werden durch die Hinzunahme besonderer Accessoires, wie zum Beispiel Kronenfliegen und Kummerbänder – natürlich modern interpretiert und größenadaptiert für die schlanke Frauengestalt. In diesem Zusammenhang freut sich Lala Berlin, eine Kooperation mit dem deutschen
Traditionsproduzenten Edsor ankündigen zu können.
Speziell was die Teile der Strickkollektion betrifft, geht Leyla Piedayesh einen gestalterischen Zusatzweg. Hier wird auf eine weitere Phase der Freiheit und Emanzipation abgezielt, ideell festgemacht am englischen Glastonbury Festival, welches seit den 1960ern bis zum heutigen Tage die Alternativkultur hochleben lässt. Entsprechend fließen in die Strickdesigns Wildlederelemente ein, rockig angehaucht, aber letztendlich doch überaus edel im Gesamteindruck. Weitere Beispiele hierfür sind Seidenkreationen mit Nietenapplikation, der Einsatz von Bändchen- und Crystal-Garnen sowie generelle Oberflächenspiele aus matten und glänzenden Fadenstrukturen.
Farblich werden die Töne Weiß, Nude und Neon-Pink das Bild bestimmen, belebt durch schwarze und goldfarbene Akzente. Optische Höhepunkte werden auch im Frühjahr/Sommer 2010 einzigartige Printmotive sein. Dem Art-déco-Stil Gustav Klimts durchaus angenähert, mittels Pixelauflösung jedoch futuristisch abstrahiert, wird der Kampf Technik gegen Natur durch Darstellungen von Unterwasserlebewesen (Quallen, Fischschwärme) und Industrieprodukten (Schrauben, Zahnräder, Fahrradketten) verbildlicht.
Folgen Sie der Einladung zu „20’s porn“ als neuerlichem Tanz auf dem Vulkan, denn jeder Einbruch ist gleichbedeutend mit Aufbruch, währenddessen kaum etwas mehr zählt als Kreativität und Improvisation. Kaum jemand wüsste das besser als Leyla Piedayesh von Lala Berlin



