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Stoppt den Achselterror!

Verwundert stehe ich mit meiner Freundin vor einem Regal in einer Drogerie.  „Ich brauche ein neues Deo! Mein Altes ist leer und das roch so gut!“ sagte Sie mir, vertieft in die bunten Sprühflaschen auf den Regalbrettern. „Sag mal, schwitzt Du eigentlich schnell?“ fragte Sie anschließend. In dem Moment musste ich wirklich kurz überlegen, weil ich mir darüber vorher nie wirklich Gedanken gemacht hatte. „Ich denke nicht, warum?“ – „Ich schwitze ja schon, wenn ich auf der Arbeit die drei Stufen zum Eingang hoch laufe!“ witzelt sie, verdreht die Augen und lacht.

 

Aber ist Übertünchen von Gerüchen nicht etwas sinnfrei? Was macht ein Deodorant eigentlich? Und wo liegt der Unterschied zu Antitranspirants?

 

Schon die Ägypter und die Menschen der Antike badeten in Dampf und ölten sich mit den verschiedensten Essenzen ein um den eigenen Körpergeruch zu überdecken. Der Vorläufer des Deodorants war im Öl enthaltener Alaunschiefer. Er verbesserte den Körperduft merklich und wirkte entzündungshemmend und Blut stillend bei der Rasur.

 

Fortschritte in der Entwicklung eines wirksamen Deodorants gab es erst in der Neuzeit. Während in Frankreich weiter an der Verfeinerung von Parfums gearbeitet wurde, entdeckte Herr Purkyně im Jahr 1833 die Schweißdrüsen. Er erkannte, dass durch das feuchtwarme Klima unter den Achselhöhlen die Bildung von Bakterien begünstigt. Purkyně kombinierte daher Wirkstoffe, die Feuchtigkeit hemmen und die Zellwände der Bakterien zerstören. Er schlussfolgerte, dass nicht das Schweißsekret den übelriechenden Duft verursachte, sondern die Bakterien, die sich von diesem ernährten und es zersetzten.  Diese Feststellung hat bis heute Gültigkeit.

 

Der Erfinder des Deodorants Mum setzte im 19. Jahrhundert als erster Zinksalbe zur Bekämpfung von Schweißbildung ein. Bisher hatte man mit Ammoniaktinkturen produziert. Der Salbe Mums folgte das Roll-on-Deo von Helen Barnett Diserens Ende der 40er Jahre. Er war vom Kugelschreiber inspiriert und fand großen Anklang. Es wurden weiter Metall haltige Salze als Schweißhemmer verwendet. Man ersetzte also Ammoniak gegen Aluminiumchlorid. So wurde die Reizungsgefahr minimiert. Erst 1965 drängte das Deospray auf den Markt, kam aber mit Bekanntwerden des Ozonlochs stark in Verruf, was den Deoroller ein Comeback bescherte. Alternativ zum Roller, wurde der Alaunstein als medizinischer Deokristall verwendet.

 

Heute stehen wir vor allerlei Flaschen, Sticks und Roll-ons ohne zu wissen was heute in solchen Produkten steckt. Fest steht, dass Deodorants immer auch Schweiß hemmende Substanzen enthalten. Allerdings ist die Wirkung mit 30 % wesentlich geringer als bei Antitranspiranten. Sie konzentrieren sich mit 60 %iger Wirkung viel mehr auf die Verhinderung von Schweißbildung als auf parfümierten Duft.

 

 


Redaktion: Janna

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